Café Diary :P

Hier mal prolog und das erste Kapitel eines neuen Projekts aus meiner Feder =)

Prolog- vor ungefähr 6 Monaten

»Verschwinden Sie! RAUS!«

Sie zog die Augenbrauen spöttisch nach oben, schnappte sich ihre Tasche, warf alles wahllos hinein und rauschte mit hoch erhobenem Kopf aus dem Seminarraum. Ein breites Grinsen erschien auf ihrem Gesicht, als sie die offenen Münder und die entgeisterten, aber auch begeisterten Gesichter ihrer Kommilitonen sah.

Während sie die leeren Gänge der Fakultät entlang ging, wühlte sie in den tiefen ihrer Tasche nach ihren geliebten Gauiloises. Die Zungenspitze am oberen Würfel ihres Lippenpiercings schlenderte sie Richtung Ausgang, als sie endlich die Zigarettenschachtel zu fassen bekam. Sie kniff die Augen zusammen, das helle Sonnenlicht stach ihr unangenehm in den Augen nach dem dämmrigen Licht des Seminarraumes und mit einem Seufzer schloss sie die Augen, versuchte sich zu entspannen.

Sie atmete tief durch.

Welche Konsequenzen mich wohl erwarten?

Sie zündete sich die Kippe an, die lässig in ihrem Mundwinkel hing. Nach einem tiefen Zug meldete sich ihr schlechtes Gewissen.

Okay, klug war es jetzt nicht, dass ich ihm mein BGB an den Kopf geworfen hab, aber…mein Gott, er hat es verdient! Dieses dumme Arschloch!

Sie nahm noch einen Zug.

Ob mich jetzt eine Menge Ärger erwartet?

Ein Luftzug hinter ihr verriet ihr, dass das Seminar vorbei war.

»Boah wie geil! Die hat ihm einfach das BGB ins Gesicht geworfen! Total krass!«

Sie verdrehte genervt die Augen. Idiot.

»Ach, meinst du diese Punkerin? Die hat eh noch nie zu uns gepasst. Wir werden sie wohl nie wieder sehen.«

Fick dich, Barbie!

Sie nahm einen letzten tiefen Zug, warf ihre Kippe demonstrativ auf den Boden und trat sie aus. Mit einem schiefen Lächeln sah sie ihre Kommilitonen an, die erst jetzt begriffen, dass sie neben ihnen stand. Ihr Blick glitt über die beiden, die gesprochen hatten.

Typische reiche-Eltern-Kinder. Dumm wie Stroh, aber Papi hat Geld, das gleicht es aus!

Sie nickte ihnen gehässig zu und wandte sich zum Gehen.

»YEAH! LEO! GEILE AKTION!«

Sie schüttelte grinsend den Kopf. Es hat den Anschein, als fände mein Ausbruch doch Zustimmung.

Als sie die Treppen der Fakultät hinunter ging und ihre S-Bahn-Station in Sichtweite kam, musste sie sich eingestehen, dass es vielleicht noch viel dümmer gewesen war, als sie vermutet hatte.

Scheiße! Was mach ich jetzt? Und wir erklär ich das meiner Mum? FUCK!

Sie warf die Tür hinter sich ins Schloss. Ihr kleiner Hund sprang freudig an ihr hoch, doch sie hatte dafür im Moment einfach nichts übrig. Gedankenverloren strich sie ihm über den Kopf, kraulte im vorbei gehen seine Ohren und warf die Tasche in die Ecke und sich selbst in ihren Schreibstischstuhl. Das hektische blinkende Licht ihres Anrufbeantworters bedeutete nichts Gutes. Sie fand, dass es sogar etwas sehr Bedrohliches hatte.

Sie spielte mit dem Gedanken die verpassten Anrufe einfach zu ignorieren und sich quasi tot zu stellen. Sie fuhr sich nervös durch das kurze, mit blauen Strähnen durchzogene Haar und widmete sich ihrer Kaffeemaschine. Doch ihr Blick wanderte immer wieder zu dem blinkenden Licht. Mit einem resignierten Seufzer gab sie schließlich nach und drückte das Knöpfchen.

Als die Stimme ihres Chefs durch ihr kleines Wohnzimmer hallte, stöhnte sie genervt auf. Doch das Schlimmste stand ihr noch bevor. Die nächste Nachricht erschütterte ihre kleine Welt.

»Frau Haag, wir bitten darum, dass Sie sich morgen Mittag zu einem Gespräch mit dem Dekan einfinden. Es geht um ihren Angriff auf Dr. Schmieder. Seien Sie pünktlich- Ihre weitere Zukunft an unserem Institut hängt davon ab!«

Scheiße!

Sie wusste schon, was sie erwartete. Sie würde hochkant von der Uni fliegen. Und selbst wenn nicht, sie würde nie wieder einen Fuß fassen können nach dieser Aktion.

Dann sollte ich mich wohl besser von Hamburg verabschieden…

Widerwillig setzte sie eine Kündigung auf und griff danach zum Telefon.

Da muss ich jetzt durch! Selbst Schuld!

»Hi, Mama, du, also…ich muss dir was gestehen….«

Tag 1

Öffentliche Verkehrsmittel waren ihr schon immer zuwider. Bus, Zug, S-Bahn – alles das gleiche. Und alles kostete sie unglaublich nerven.

Man könnte gerade glauben, dass 9 Jahre Busfahren nicht ausgereicht hätten!

Sie zog die Schultern hoch und verzog angewidert das Gesicht. Zu viele Menschen. Zu viele Idiotien.

Sie gähnte und machte sich auf den weg aus dem Bahnhof.

Oh Gott! Als ob sie hier diese „Hipster“ züchten!

Genervt wich sie einigen vorbeieilenden Leuten aus und sah sich um.

Mit welchem gottverdammten Bus muss ich fahren?

Sie hasste es jetzt schon. Kurzerhand beschloss sie sich irgendwo dranzuhängen- auf gut Glück! Sie fühlte sich unwohl, wie sie es immer tat, wenn sie nicht alles unter Kontrolle hatte.

In Hamburg war das alles viel einfacher! Da fuhr die scheiß S-Bahn direkt zur Uni!

Angestrengt starrte sie aus dem Fenster des Buses und hoffte, im richtigen zu sein.

Leo, denk dran: Brecht-Bau.

Wilhemstraße. Uni. Neue Aula. Als die nette, elektronische Stimme im Bus verkündete, dass die nächste Haltestelle der Lothar- Meyer-Bau sei, fasste Leo den Entschluss einfach auszusteigen. Ihr Handy hatte im Notfall ein Fußgänger-Navi, sie hatte also nichts zu verlieren.

Ihre Begeisterung glänzte durch Abwesenheit, als sie aus dem Bus stieg und sich umsah.

Okay, ich hab’s mir schlimmer vorgestellt.

Sie sah auf das Gebäude, an dessen wand groß „Lothar-Meyer“ prangte und suchte vergeblich nach einer Hausnummer. Mit hochgezogenen Augenbrauen wühlte sie in ihrer Tasche nach ihrem Handy und warf ihr Navi an.

Super! Bis das dumme ding mal geladen hat, könnte ich schon längst da sein!

Sie sah nach links, dann nach rechts. Ein Schulterzucken. Dann setzte sie sich in Bewegung und marschierte einfach mal los.

Wenn ich in die falsche Richtung lauf, werd ich das schon rechtzeitig merken.

Jen nahm einen tiefen Zug ihrer Zigarette und betrachtete neugierig die Menschen um sie herum. Ausdruckslos ließ sie ihren Blick über überschminkte Blondinen und überdrehte Möchtegern- Gangster gleiten.

Kann nicht mal jemand normales vorbei laufen?

Sie zog aus ihrer Tasche einen zerknitterten Zettel. Nur mühsam konnte sie die Ziffer erkennen, die sie am Morgen vor ihrem ersten Kaffee draufgekritzelt hatte.

Raum 037. Na das kann ja was werden.

»Hey, hast du Feuer?«, Jen sah auf. Vor ihr stand eine junge Frau mit kurzen, schwarzen Haar, das mit blauen Strähnen durchzogen war. An ihrer Augenbraue leuchtete ein Piercing mit zwei bunten Würfeln- genau wie an ihrer Lippe. Jen grinste.

Na also. Geht doch!

»Klar.«, sie zückte ihr Feuerzeug. Das Mädel vor ihr lächelte erleichtert und bedankte sich mit einem Nicken, während sie genussvoll einen Zug nahm.

»Ich bin übrigens Leo. Also eigentlich Leonora, aber…der Name suckt halt mal hart.«

Jen kicherte.

»Ich bin Jennifer, doch ich bestehe darauf, dass man mich Jen nennt. Jennifer klingt so nach langweiliger Streber-Jungfrau.«

Beide grinsten einander an. Leo musterte Jen neugierig. Schulterlanges, blondes Haar- die Art blond, die immer von Friseuren als Straßenköter-Blond bezeichnet wurde-  umrahmten ein freundliches, aber auch verschlossen wirkendes Gesicht.

Keine Piercing, keine Tattoos soweit ich erkennen kann- schade.

Sie schwiegen. Leo sah sich um und pfiff anerkennend.

»Hm?«

»Oh, sorry. Ich hab nur grad festgestellt, dass hier nicht nur Freaks rumlaufen, sondern auch echt süße Typen. Schau mal, da drüben in der Cafeteria. Am Kaffeeautomat. Der is‘ echt süß.«

Wieder Schweigen.

»Bock auf ‘nen Kaffee?«, Leo grinste Jen an. Die grinste zurück.

In der Cafeteria beobachtete Leo den jungen Mann, der ihr aufgefallen war. Schwarze Haare, die total verstrubbelt aussahen, dazu leicht gebräunt.

Südländer? Hrrr.

Sie ließ ihn nicht aus den Augen, während sie Jen zum Automaten folgte und auf den Kaffee wartete. So bekam sie nicht mit, dass ihr Jen einen Becher hinhielt.

»Leo? Hattest du gerade einen Schlaganfall?«

Erschrocken riss diese die Augen auf und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf Jen.

»Sorry. Ich war gerade etwas abgelenkt.«

Sie bedankte sich und nahm den Becher an sich. Ein leiser Seufzer entwich ihr, als sie daran nippte.

»Sga mal, was studierst du eigentlich?«, fragte sie in dem Moment Jen. Leo hob den Blick und zögerte.

»Naja, vor einer Weile habe ich mal Jura studiert. Dann…nun, sagen wir, ich habe es hingeworfen…ich studier ab diesem Semester Germanistik und Spanisch. Und du?«

»Germanistik und Literatur. Dann sind wir im selben Semester? «

»Sieht danach aus.«

Und so wie’s aussieht, werde ich wohl eine der ältesten sein. Yey.

Sie folgte Jen zum Seminarraum und blieb einen Moment im Türrahmen stehen.

Oh Gott! Werden diese Streber irgendwo gezüchtet? Widerlich!

»Leo, kommst du?«, Jen deutete ihr, sich neben sie zu setzen. Mit gezwungen gleichgültiger Miene nahm Leo neben Jen Platz.

»Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt in ein Fettnäpfchen werf- hier sind mir eindeutig zu viele Streber. Oder zumindest welche, die nach diesen Arschkriechern aussehen.«

Jen kicherte.

»Ja, das is‘ echt heavy. Ist mir bei meinem Jahrgang auch aufgefallen.«

»Sag mir jetzt bitte nicht, dass du G8er bist!«

»Oh Gott, nein! Mit diesem dummen Volk hab ich nichts am Hut! Das sind Loser. Das sind Versager. Das sind Opfer!«

Jen sprach Leo aus der Seele.

»Ich mag dich!«, grinste Leo und leerte ihren Becher.

Als die Tür aufging und ihr Professor hereinkam, tauschten die beiden einen Blick aus.

»Sag mal, Leo, hast du hier Jura studiert?« auf dem Weg zur Mensa hatte Jen beschlossen ihre neue Freundin etwas auszuquetschen.

»Nö. Ich hab das in Hamburg gemacht.«, sie klang traurig.

»Dir fehlt Hamburg, ne?«

»Ist Hamburg eigentlich größer als Tübingen?«, eine fremde Stimme mischte sich plötzlich ein. Leo hustete, Jen kicherte.

Als sich die beiden umdrehten, fanden sie sich einer kleinen, zierlichen Blondine gegenüber, die sie neugierig anstarrte.

»Ja, Hamburg ist um einiges größer als Tübingen. Wieso?«. Leo versuchte neutral zu klingen und zwang sich das Lachen aus ihrer Stimme zu verbannen. Doch die kleine Blonde lief an ihr vorbei.

»Was zur…?«, Jen und Leo sahen sich verwirrt an.

In der Mensa angekommen mussten sie feststellen, dass sie nur noch in der Kantine- oder was auch immer das war- etwas zu essen bekamen. Die Mensa war geschlossen.

»Irgendwie erinnert mich das an diese Raststätten. Also auf der Autobahn. Und da hat das immer fürchterlich geschmeckt.«, murmelte Jen.

Leo deutete auf einen Schnitzel-Teller mit Kartoffelsalat.

»Ich glaub, das da ist am ehesten essbar.«

»Mhm…«

Sie schnappten sich jeweils einen Teller und suchten sich einen Tisch. Misstrauisch beäugte Leo den Krautsalat und schob ihn mit der Gabel hin und her.

Dan und Nick beobachteten die beiden jungen Frauen am Tisch neben ihnen.

»Na, wenn man der Dunkelhaarigen zuguckt, verliert man jeglichen Appetit auf Krautsalat.«, Nick bedeutete mit einer Kopfbewegung auf Leo. Dan warf ihr einen kurzen Blick zu.

»Ich glaub, die beiden haben mit uns Mediävisitk.«, er biss in sein Frikadellen- Brötchen. Er verzog das Gesicht.

»Würg. Ekelhaft.«

Nick warf den Kopf in den Nacken und lachte.

Immer noch Tag 1

»Du weißt nicht zufällig, wo der Kupferbau ist?«

»Nope.«, Leo wedelte mit ihrem Handy herum, »aber mein Handy hat ein Navi.«

Jen grinste.

»Oder wir fragen uns einfach durch.«

»Niemals!«, Leo verzog das Gesicht. Sie hasste es nach dem weg zu fragen. Sie gab nur ungern zu, dass sie etwas nicht wusste oder nicht konnte.

Jen sah sich immer wieder um.

»Was ist los?«

»Die beiden Kerle hinter uns…die waren heut auch in Mediä…vielleicht sollten wir denen hinterher laufen? Scheint so, als wüssten sie, wo wir hinmüssen.«

Leo drehte sich um und betrachtete die beiden.

»Mhm…warum nicht.«

Sie ließen sich zurückfallen und warteten, bis die beiden vorbei gelaufen waren. Dan und Nick taten ihnen diesen Gefallen nicht.

»Na, Mädels?«

Leo zog eine Augenbraue hoch.

»Na, Digger?«, sie deutete auf Jen und dann auf sich, »das ist Jen, ich bin Leo. Ich glaube, wir haben zusammen dieses total spannende Fach…Mediävistik.«

Nick hielt ihr die Hand hin.

»Jep, das stimmt. Ich bin Nick, der schweigsame Kerl da ist Dan. Wollt ihr auch zum Kupferbau?«

Die Mädels nickten.

»Dann lasst da mal zusammen hingehen.«, kam es von Dan.

»Ihr wisst wohin?«, Jen blieb skeptisch.

»Natürlich.«, Nick grinste sie an.

Schweigend gingen sie nebeneinander her.

Yey. Ungemütliche Atmosphäre!

Leos Blick glitt prüfend über das große Gebäude, das vor ihnen sichtbar wurde.

»Na, Leo. Entspricht das mehr dem Standard, den du aus Hamburg gewohnt bist?«, Jen grinste.

»Nope.«

Im Vorlesungssaal war es gerappelt voll. Es dauerte einige Augenblicke, bis sie Plätze gefunden hatten.

»HI, ich bin Charly, und ihr seid?«

Deine neuen Nebensitzer bis diese spaßige Veranstaltung vorbei ist?

»Leo. Jen, Nick. Dan.«, Jen übernahm die Vorstellungsrunde. Leo beugte sich etwas nach vorne und betrachtete Charly. Feuerrot gefärbtes Haar, das ihr etwas Freches verlieh, dazu einen Piercing in der Nase und einen direkt unter der Nasenspitze.

Uuuh, scheint als wären die Germanisten wesentlich lockerer als das Pack, das Jura studiert.

»So, was machen wir hier und warum sind hier so verdammt viele Leute?«

»Leo, sag mal…müsstest du das nicht von Jura gewöhnt sein?«

»Jen, Schatzi, wir waren nach dem ersten halben Jahr grad mal noch die Hälfte. Nach dem ersten Semester nur noch ein Drittel. Ich bin das echt nicht gewöhnt, dass die Leute sogar schon auf den Treppen sitzen um einer Vorlesung beizuwohnen.«

»Hab ich das eben richtig verstanden? Du hast Jura studiert? Wie alt bist du denn?«

»Dan, das ist doch nicht dein Ernst! Du kannst doch eine Frau nicht nach ihrem Alter fragen!«, zischte ihm Nick zu. Leo lächelte gelassen. In ihren Augen blitzte es gefährlich auf und sie wandte sich ab.

Starr blickte sie nach vorne und versuchte sich zu beruhigen.

Okay, ich bin eine der Ältesten. Aber um Himmels Willen, muss man da so einen Aufstand drum machen?

Sie vermisste Hamburg. Dort wurde sie nur wegen ihres Aussehens von ihren Kommilitonen gemieden.

Ich hätte niemals dieses dämliche Buch werfen dürfen!

Immer mehr Studenten trudelten ein. Jen und Leo tauschten einen Blick aus.

»Moment mal. Wir entscheiden jetzt, wer in welchen Kurs geht? Oh Gott.«, Charly stöhnte, als die Professorin ankündigte, jeder möge doch seine Wunschtermine auf einen Zettel eintragen und man würde dann alle verteilen.

Leo und Jen sahen sich an. Sie würden versuchen in den gleichen Kurs zu kommen, nur so ließ es sich mit dem Streberpack, das unweit von ihnen saß und eifrig nach Lehrbüchern gefragt hatte, aushalten.

»Was meinst du? Vormittags, nicht zu früh, nicht zu spät- damit wir was vom Tag haben? Und am besten am Anfang der Woche, damit wir das Schlimmste hinter uns haben?«

»Aye, Leo. So machen wir das.«

Nick und Dan schlossen sich ihnen unauffällig an.

»Hättet ihr was dagegen, wenn ich…«

»Ne, natürlich nich‘. Je mehr, desto lustiger.«, Leo grinste Charly an.

Die Zettel wurden eingesammelt- »Scheiße, ich will auch meinen eigenen Hiwi!«, entfuhr es Charly- und dann hieß es abwarten. Leo trommelte ungeduldig mit den Fingern auf dem Tisch herum.

»Ich hasse warten.«, murmelte Jen.

»Erzählt mal was von euch, Leute. Sonst penn ich ein. Ich brauch dringend ‘nen Kaffee.«, Nick gähnte.

»Was möchtest du denn wissen?«, Leo lehnte sich zurück, versuchte es sich gemütlich zu machen.

»Na, einfach irgendwas.«

Sie verdrehte die Augen.

Idiot!

Sie schwiegen. Erneut. Leo unterdrückte einen Seufzer.

Ich fühl mich fast wie zuhause- in Hamburg. Mit meinen genauso gesprächigen Kommilitonen.

Jen jubelte auf einmal.

»Wir sind drin! Wir sind alle in unsrem Kurs drin!«

Na, ich weiß nicht, ob das so ein großartiger Grund zur Freude ist.

»Wer in dem Kurs drin ist, den er als Erstwahl eingetragen hat, kann gehen.«

Leo und Jen wechselten einen Blick und schnappten ihre Taschen. Auffordernd sahen sie Nick und Dan an. Die beiden machten ihnen Platz, Charly folgte ihnen.

»Lasst uns irgendwo noch einen Kaffee trinken. Mein Zug kommt erst in einer halben Stunde und Kaffee ist immer gut.«

Jen und Charly nickten.

»Hey, wartet auf uns!«

Nick und Dan. Leo verdrehte genervt die Augen, Jen kicherte.

Missmutig lehnte sie sich an die Scheibe im Zug und starrte blicklos nach draußen. Ihr Gegenüber saß Dan.

Hoffentlich meint er jetzt nicht sich mit mir groß unterhalten zu müssen.

Doch er schwieg. Und sie war dankbar darüber.

Irgendwann schweifte sie so mit den Gedanken ab, dass sie gerade noch so mitbekam, wie der Zug ihre Haltestelle erreichte. Eilig stieg sie aus und machte sich auf den Heimweg.

Die letzten Sonnenstrahlen kitzelten und blendeten sie, als sie ihren Briefkasten öffnete. Sie nahm den Stapel Briefe heraus und ging ins Haus.

Als sie den Absender des obersten Briefes las, wurde sie bleich. Ihre Hand begann zu zittern, während sie den Umschlag in kleine Fetzen riss.

Ben! Er hat mich gefunden!

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